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Sandra Mondi ist in Deutschland geboren, hat Germanistik und Ägyptologie studiert und ist seit 2017 bei der Generalagentur Ammirato tätig. Ihre anvertrauten Rubriken sind die Kundenbetreuung und die Gestaltung des Webauftritts. Ihre Fachthemen beziehen sich auf die Finanzwelt und den öffentlichen Dienst.

Wann haben Kredite negative Realzinsen?

16. August 2021

Wenn man den Kaufkraftverlust der Kreditschulden durch die Inflation aktuell zugrunde legt, so ergibt das in vielen Fällen ein Plus. Kunden müssten rein theoretisch gar nicht für die Schulden zahlen. Dieses Phänomen nennen Ökonomen auch negative Realzinsen.

Doch was steckt genau hinter negativen Realzinsen?

Aktuell liegt die Inflation bei 3,8 %. Kredite, die zu einem niedrigeren Zinssatz als 3,8 Prozent Inflationsrate vermittelt werden, können bei Anwendung einer entsprechenden Formel negative Realzinsen aufweisen.

Beispiel 2,99 % Kreditzinsen

Ein Kredit, der zu einem Zinssatz von 2,99 % vermittelt werden kann, weist negative Realzinsen in Höhe 0,78 % bei einer Kreditsumme von 15.000 Euro auf, wenn man die Inflationsrate von 3,8 % zugrunde legt. Wenn dieses Szenario konstant bleiben würde, so könnte sich folgende Rechnung ergeben:

Bei einer Laufzeit von fünf Jahren und einer Kreditsumme von 15.000 Euro zu einem Zinssatz von 2,99 % und einer Inflationsrate von 3,8 % würde sich die Gesamtsumme bei Kreditaufnahme auf 16.152 Euro belaufen. Am Ende der Laufzeit jedoch zahlt der Kunde nur 13.404 Euro zurück, da die Inflation von 3,8 % den Geldwert vermindert hat. So müsste der Kunde also 1.600 Euro weniger an Kreditschulden zurückzahlen. Die Kreditsumme hat sich also vermindert – zum Vorteil für den Kunden.

Ebenso interessant: Entwicklung der Zinsen bis 2020 – Was wird die folgenden Jahre kommen?

Bundesbank erwartet Inflationsraten um die 5 %

Gegen Ende des Jahres erwartet die Bundesbank einen Anstieg der Inflationsrate auf bis zu 5 %. Als Begründung nennt die Notenbank die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise sowie die in Deutschland wieder zurückgenommene Mehrwertsteuersenkung vom letzten Jahr. Für die Zukunft sagt die Bundesbank jedoch fallende Inflationstraten voraus.

Negative Realzinsen sind keine Marketingmaßnahme

Negative Realzinsen sind tatsächlich im Gespräch und können auch real anfallen. Diese sind nicht mit den Marketingmaßnahmen von einigen Vergleichsplattformen vergleichbar. Vor drei Jahren begannen einige Vergleichsplattformen sich einen Unterbietungswettbewerb zu liefern, wer wohl den günstigsten Ratenkredit anbieten könne. Dabei boten sie auch Kredite mit bis zu – 20 % an. Was viele Verbraucher nicht wussten, war, dass es sich dabei um eine Marketingmaßnahme handelte, die viele Kunden anlocken sollten. Allerdings bekamen nicht alle den Zinssatz im Minusbereich, sondern nur eine Handvoll Kunden, die beispielsweise 1.000 Euro Kreditsumme aufnahmen, wie die Frankfurter Allgemeine in ihrem interessanten Beitrag vom 13.08.2021 schreibt.

Künftige Inflationsrate entscheidend

Die Künftige Inflationsrate wird ein entscheidender Faktor bei der Zinsfestsetzung sein. Da die Inflation nicht über Jahre hinweg vorausgesagt werden kann, ist es für Kunden schwierig, sich nur darauf zu verlassen. Die Europäische Zentralbank prognostiziert für 2022 eine Inflationsrate von 1,5 %. Dies würde jedoch bedeuten, dass dann die negativen Realzinsen für die meisten Ratenkredite nicht mehr entstehen würden.

Sollte die Inflation jedoch weiterhin auf höherem Niveau bestehen bleiben, so könnten vor allem Kunden mit längeren Kreditlaufzeiten ab 10 Jahren von den negativen Realzinsen profitieren. Kunden mit kürzeren Laufzeiten würden eher vom aktuellen Inflationsgeschehen beeinflusst.