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Glossar: Liquidität

Mit Liquidität meint man alltagssprachlich häufig das Vorhandensein einer ausreichenden Geldmenge. In einem allgemeineren Sinne bezeichnet der Begriff jedoch die Fähigkeit, im Wirtschaftsmarkt ein Wirtschaftsgut so schnell wie möglich gegen ein anderes einzutauschen. Neben dem reinen Vorhandensein von Geld bedeutet dies auch die Verfügbarkeit von Tauschpartnern, welche zu der Transaktion von Gütern gegen Geld bereit sind.

Liquidität in der Betriebswirtschaftslehre

Eine betriebswirtschaftliche Definition der Liquidität steht der alltagssprachlichen recht nahe. Hier geht es darum, dass ein Wirtschaftssubjekt in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen termingerecht und vollständig nachzukommen.

Mangelnde Liquidität eines Unternehmens resultiert häufig aus einer fehlerhaften oder ungenügenden Liquiditätsplanung. Sie gehört zu den häufigsten Ursachen für Insolvenz. Andererseits kann auch eine zu hohe Liquidität im Hinblick auf die Rentabilität unvorteilhaft sein. Da sie mit einer Anhäufung schlecht investierter Zahlungsmitteln einhergeht, wird zu Gunsten der Liquidität auf Verzinsung verzichtet und ein Teil des Vermögens geht durch Inflation verloren.

Liquiditätsgrade sind ein Mittel, die Liquidität eines Unternehmens zu berechnen. Dabei werden Positionen der Vermögensseite den Positionen der Kapitalseite in einer horizontalen Bilanzstrukturanalyse gegenübergestellt. Man unterscheidet dabei dynamische Liquidität und Periodenliquidität.
Die Berechnung der dynamischen Liquidität erlaubt es, die voraussichtliche Erfüllung von Verbindlichkeiten für einen Zeitraum von ein bis drei Monaten vorauszuberechnen.

Die Formel für die Berechnung der dynamischen Liquidität lautet:
dynamische Liquidität = (Zahlungsmittel + Forderungen + geschätzte Umsätze)/ kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Formel für die Berechnung der Periodenliquidität lautet:
Die Periodenliquidität errechnet man durch das Verhältnis von notwendigen Zahlungsausgängen und zu erwartenden Zahlungseingängen der betreffenden Periode.
Periodenliquidität = Zahlungsausgänge/erwartete Zahlungseingänge

Liquidität in der Volkswirtschaftslehre

In der Volkswirtschaft sind verschiedene Fragestellungen mit dem Thema der Liquidität verbunden, je nachdem, ob es sich um die Perspektive der Mikroökonomie oder der Makroökonomie handelt.

Mikroökonomie

Mikroökonomisch versteht man unter Liquidierbarkeit die Möglichkeit der Umwandlung von Anlagegut in Geld. Diese Transformation kann mit unterschiedlich hohen Liquidationskosten verbunden sein. Die Umwandlung von Grundbesitz in Geldmittel ist bspw. mit relativ hohen Kosten für die Transaktion verbunden. Grundsätzlich gilt, dass sehr spezifische Investitionen mit hohen Liquidationskosten einher gehen. Betriebswirtschaftlich relevant ist an dieser Erkenntnis, dass der Wert der Umwandlung von Anlagegütern zu Fortführungswerten im Normalfall höher ist, als bei der Umwandlung zu Zerschlagungswerten. Ein Grundstück oder Gebäude kann etwa weiter genutzt werden, wohingegen die Investition in eine Maschine zur Produktion bestimmter Güter auf ihre sehr spezifische Funktion festgelegt ist. Hier könnte die Liquidation eventuell nurmehr den Schrottwert erbringen.

Übertragen auf den Kapitalverkehr kann die freie Konvertierbarkeit der Währung, d.h. eine hohe Liquidierbarkeit, sich negativ auf die nationale Währung auswirken. Der freie Liquiditätssaldo von Geschäftsbanken mit hohen Tageseinlagen, ermöglicht es, den binnenwirtschaftlichen Kreditschöpfungsspielraum unbeeinflusst von der Zentralbank zu nutzen oder ihre Liquidität in eine fremde Währung zu transferieren. Um den Außenwert der Währung möglichst stabil zu halten, ist eine Beschränkung der Konvertierbarkeit durch die Zentralbank daher eine Maßnahme. Ziel ist, die Liquidität in einem normalen Rahmen zu halten.

Makroökonomie

In der Makroökonomie ist mit Liquidität eine vorhandene Geldmenge M1, M2, M3 usw. gemeint. Diese wird von der Konjunktur, von der Geldumlaufgeschwindigkeit und der Geldpolitik der Zentralbank beeinflusst.

Marktliquidität

Die Liquidität eines Marktes hängt davon ab, welche Menge an Gütern oder Kapitalkontrakten jederzeit gehandelt werden können, ohne dass eine einzelne Transaktion den Marktpreis beeinflusst.