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Wie hoch sind die Dispozinsen? Banken im Vergleich

03. März 2016

Eine neue Unter­suchung von Finanztest stellt die Höhe der Dispozinsen deutscher Banken dar. Insgesamt sind die Dispozinsen bei einer Kontoüberziehung übermäßig hoch, deshalb halten sich viele Banken bedeckt, was den konkreten Zinssatz angeht.
Beim Vergleich der Dispozinsen zeigt sich aber, dass es dennoch Unterschiede gibt: manche Banken haben überhohe Zinssätze, andere wiederum bleiben fair.

Transparenz beim Zinssatz fehlt

Obwohl Politiker und Banken­verbände immer wieder an die Banken appellieren, die Höhe der Dispositionszinsen in der Filiale auszuhängen und auf den Webseiten zu veröffent­lichen, wird das nicht umgesetzt. Beim aktuellen Test waren nur 424 von 1.472 befragten Kredit­instituten bereit, Auskunft über die Höhe des Dispozinses zu geben. Zwei Drittel der Banken wollten keine Angaben dazu machen.

Die Stadt­sparkasse Lengerich in Nord­rhein-West­falen wollte laut Finanztest nicht mal nach einem Schreiben der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) Angaben zur Zins­höhe machen. Nach einer persönlichen Recherche in der Filiale hatten die Finanztester einen Zinssatz von 12,25% ermittelt. Ihrer Meinung nach, ist dieser deutlich zu hoch. Ein fairer Zins müsste weniger als 10% betragen, wenn die Banken den Kunden eh kaum Zinsen zahlen, selbst aber zu extrem niedrigen Zinsen Geld anlegen können. Das Risiko beim Dispositionszins sollte auch kein Grund für einen hohen Zinssatz sein, denn die Ausfall­quote beträgt nur ca. 1%.

Banken verdienen an Dispositionskrediten

Ca. 17% der Kunden überziehen ihr Konto regelmäßig, 26% einige Male pro Jahr. Die Summe der Überziehung liegt dabei meist über 500 Euro.
Eine Umfrage, die die Bank ING-Diba beim Markt­forschungs­institut Ipsos in Auftrag gegeben hat, besagt, dass die Banken an den Dispositionskrediten sehr gut verdienen. In einem Bericht der Bundesbank heißt es, das Volumen für Über­ziehungs­kredite in Deutsch­land würde im Juli 2015 ca. 34,5 Milliarden Euro betragen. Mit jedem einzelnen Prozentpunkt werden es also 345 Mio. Euro mehr für die Banken.

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Informationen gibt es oft nur in Filialen

Daher wollen zehn von elf Banken, die Zinssätze von 13 und mehr Prozent verlangen, diese nicht veröffentlichen. Genauere Informationen kann man nur in den Filialen vor Ort erfahren.
Am höchsten war der Zinssatz bei der Raiff­eisen­bank Trost­berg-Traunreut, er beträgt 16%. Bei manchen Banken ließ sich dieser auch vor Ort nicht ermitteln. So hat die Raiff­eisen­bank Gammes­feld gar keinen Preis­aushang, die Stadt- und Kreissparkasse Moosburg an der Isar hat ihn auch nicht abgegeben und bei der Raiff­eisen-Volks­bank Saale-Orla mussten die Tester dreimal dort erscheinen, um den Zinssatz zu erfahren. Der Zinssatz war zwar ausgehängt, durfte aber nicht fotografiert werden.

Bei häufiger Überziehung über Umschuldung nachdenken

Bei einer Reihe anderer Banken geht es dagegen transparenter zu. 424 Banken machten klare Angaben dazu, wie hoch die Dispositionszinsen sind. Am günstigsten ist die die Deutsche Skat­bank, die für ein Onlinekonto nur 4,49% verlangt. Es gibt auch ein anderes Konto­modell, bei dem gar keine Dispozinsen anfallen, dafür aber eine Kontogebühr von mehr als 7 Euro monatlich.
Falls Sie zu denjenigen gehören, die ihr Konto häufig überziehen, sollte man über eine Umschuldung nachdenken und sich über günstige Ratenkredite informieren.

Kritik der Finanztester zeigt ihre Wirkung

In den letzten zwei Jahren sind die Dispositionszinsen insgesamt gesunken, im Vergleich zu 2014 um ca. 0,4 Prozent­punkte. Während es damals noch 35 Banken gab, die 13% oder mehr verlangten, sind es jetzt nur noch 11 Banken.
Die Kritik der Finanztester hat sich vermutlich gelohnt, denn ein großer Teil der Banken erhebt keine horrenden Zinsen mehr für Kunden, die auch ihren Dispokredit noch über­ziehen. Heiko Maas, Bundes­minister für Justiz und Verbraucher­schutz meint, dass eine größere Trans­parenz hohe Dispositionszinsen in Nied­rigzins­phasen verhindern wird. Diese Transparenz ist bisweilen aber nicht gegeben.

Häufige Ausreden der Banken

Möglicherweise setzen die Banken und Sparkassen darauf, dass die Kunden bei einer Kontoeröffnung nur auf die Gebühren achten, nicht aber auf die Höhe der Dispozinsen.
Einige Banken finden auch Ausreden, um den Zinssatz nicht preiszugeben. Z.B. wollte die Raiff­eisen­bank Bechhofen ohne Ausweisvorlage keine Auskunft erteilen und berief sich auf das Geld­wäschegesetz. Die Hütten­berger Bank verwies auf die Volks­bank Mittel­hessen, die sehr ähnliche Konditionen hätte. Das entsprach nicht den Tatsachen, denn beim Vergleich der Dispozinsen ermittelten die Tester 8,47% bei der Volks­bank Mittel­hessen und 2,5 Prozent­punkte mehr bei der Hütten­berger Bank.

Gesetz zur Veröffentlichung der Dispozinsen

Anhand dieser Beispiele wird deutlich, dass ein Vergleich der Dispozinsen für die Kunden schwierig ist.
Zwar will Finanztest schon seit Jahren eine Veröffentlichung der Dispozins­sätze auf frei zugäng­lichen Web­seiten, passiert ist das aber noch nicht. Nun setzt sich auch der Bundes­justiz­minister Heiko Maas per Gesetz dafür ein, dass mehr Wett­bewerb geschafft wird.
Ein besserer Vergleich der Dispozinsen durch die Kunden würde die Konkurrenz unter den Banken erhöhen, die Zinssätze würden sinken. Der Höhe der Überziehungszinses zu begrenzen ist aber nicht geplant, obwohl viele Verbraucherschützer das schon lange einfordern.