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Negativzinsen (Strafzinsen) für Girokonten berechnet

04. September 2016

Den Anfang machte nun die Alternative Bank Schweiz (ABS), indem sie im Oktober des letzten Jahres ihren Kunden die Nachricht über die „Anpassung Gebühren und Zinsen bei ABS-Konten“ zukommen ließ. Praktisch bedeutete das, dass die Kunden ab diesem Jahr jeden Tag Einbußen bei ihrem Guthaben haben werden.

Negativzinsen nur bei hohen Guthaben

Konkret liegt der Zinssatz auf dem Alltagskonto für den privaten Zahlungsverkehr bei minus 0,125%. Diesen Satz fordert die Schweizerische Nationalbank auch für ein Guthaben von Banken bei ihr. Bei höheren Summen ab 100 000 Franken ist der Strafzins noch tiefer und beträgt minus 0,75%.
Die Berechnung von Negativzinsen für Privatkunden ist eine Neuerung, die es bisher so nicht gab. Ein Beispiel aus Deutschland ist die die VR-Bank Altenburger Land oder Deutsche Skatbank. Dort fällt auch ein Negativzins an, der allerdings erst bei sehr hohen Guthaben berechnet wird.

Kunden können kaum noch mit Zinsen rechnen

Inzwischen kann man nicht mehr davon ausgehen, dass ein bei einer Bank angelegtes Guthaben wachsen wird, das gilt für die gesamte EU. Negativzinsen sind zwar noch lange nicht die Regel, meist bekommen Kunden aber auch kaum Zinsen.
Laut einer Statistik der Europäischen Zentralbank lag der Durchschnittszins bei Tagesgeldkonten im Februar 2016 in der ganzen Eurozone bei 0,12%. Auch bei längeren Laufzeiten war der Satz kaum höher. Nachdem die Europäische Zentralbank die Leitzinsen im März dieses Jahr noch einmal senkte, dürften die aktuellen Sätze noch geringer sein.
Noch gehen Vertreter der Banken geben bisher an, dass der Wettbewerb zu stark sei, als dass Negativzinsen tatsächlich die Regel werden könnten. Der Vorstand der Bundesbank Andreas Dombret sieht das jedoch als realistisch an, wenn das bestehende Zinsumfeld länger andauert

Banken verlangen höhere Gebühren

Die meisten Banken haben bisher ihre Einnahmen durch die Einführung von Gebühren oder deren Erhöhung auszugleichen versucht, zum Beispiel für die Kontoführung. Diese Maßnahmen führte auch die Alternative Bank in der Schweiz durch, was jedoch nicht ausreichend war. Die ABS hatte 700 000 Franken an Negativzinsen an die Nationalbank zu zahlen. Ausgehend von einem geplanten Gewinn von ca. einer Million Franken, war diese Summe deutlich zu hoch.
Die Gelder, die täglich fällig werden, kann die Schweizer Bank nur eingeschränkt weiter verleihen. Deshalb teilte die ABS den Privatkunden mit, dass das Geld auf den Girokonten nicht mehr sinnvoll verwendet werden könnte. Denn das Geld würde als eine „Überliquidität“ auf einem Konto der Nationalbank liegen. Dort fallen Negativzinsen an.

Das heißt also, dass wenn eine Bank mehr Geld hat, als sie braucht, das Kosten für sie verursacht. Die ABS müsste zwar das Geld nicht bei der Nationalbank lassen, sondern könnte es an andere Institute geben. Dabei wären die Zinsen allerdings noch tiefer.

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Die Alternative Bank Schweiz ist ein Ausnahmefall

Die ABS hat ihren Sitz in Olten in der Schweiz und wurde im Jahr 1990 und wurde als nicht börsennotierte Aktiengesellschaft gegründet. Sie unterscheidet sich von anderen Banken, denn ihr Fokus liegt auf der Finanzierung sozialer und ökologischer Projekte. Sie bemühte sich stets um Transparenz, indem sie zum Beispiel den Frauenanteil in Führungspositionen oder das Verhältnis von Tief- zu Höchstlohn publik machte.

Weiterhin maximiert die ABS ihren Gewinn nicht. Damit das Geld aber langfristig verliehen werden kann, muss es auch langfristig bereit stehen. Das trifft auf Sparkonten zu, für Girokonten aber nicht. Daher haben Privatkunden die Möglichkeit, ihr Geld auf Sparkonten oder als Festgeld anzulegen. In diesen Fällen werden keine Negativzinsen berechnet, weil die Bank langfristig mit diesem Geld arbeiten kann.

Ein Drittel aller Guthaben wurde umgeschichtet

Die ING Diba hat eine Umfrage in 13 Ländern durchgeführt, um heraus zu finden, wie Kunden auf Negativzinsen reagieren. Ca. 75% der Befragten gaben an, dass sie ihr Geld von den Sparkosten abheben würden. In Deutschland waren es sogar mehr als 75%.

Die Reaktionen der Kunden der ABS war dagegen gemäßigter, denn die Bank hatte ihnen Ausweichmöglichkeiten vorgeschlagen. Aber ca. 1800 Kontenkündigungen hat es natürlich auch gegeben. Die Anzahl der Neukunden lag bei 1830, also etwas mehr.

Ein Drittel aller Guthaben auf Girokonten wurde abgehoben und umgelagert., die Kunden zogen ihr Geld aber auch von anderen Konten ab. Damit hatte die ABS aber ihr Ziel erreicht, denn damit hat sie weniger Geld und weniger teure Guthaben. Dieses Vorgehen war zwar neu, aber die Bank selbst gibt an, dass die Öffentlichkeit sich darüber mehr empörte als die Kunden, die es betraf.