Dispokredite: Banken mit zu hohen Dispozinsen
Gemäß einer Studie des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verfügen etwa 80 Prozent der Haushalte in Deutschland über einen Dispositionskredit. Ebenso viel, nämlich 80 Prozent der Befragten, empfinden diesen als viel zu teuer.
Die Studie in Auftrag gegeben hat das Bundesverbraucherschutzministerium, allen voran Ministerin Ilse Aigner, die „faire Konditionen und Transparenz“ von den landesweiten Banken fordert. Zur Auswertung wurden unter anderem Daten von Biallo herangezogen. Hierbei konnte ein Durchschnittsindex aus 242 Angeboten erstellt werden, der derzeit einen aktuellen Zinssatz von durchschnittlich 11,61 Prozent für einen Dispokredit angibt.
Gemäß den Daten von Biallo liegen die bundesweiten teuersten Dispozinsen bei 13,81 Prozent (Targobank), 13,2 Prozent (Commerzbank) und 12,75 Prozent (Deutsche Bank).
Bildquelle: Screenshots von biallo.de Webseite
Die Banken und Sparkassen begründen die hohen Zinssätze trotz der aktuell sehr niedrigen Leizinsen von 0,75 Prozent der EZB meist mit gestiegenen Kosten bei der Verwaltung von Kundenkonten oder mit einer gestiegenen Ausfallquote, die aber bei nährerem Betrachten bei 0,3 Prozent liegt und alles andere als gestiegen ist. Da haben es Anbieter von Konsumentenkrediten deutlich schwieriger, denn die Aufallquote dort liegt bei 2,5 Prozent.
Trotz der Unterschiede zwischen den einzelnen Banken und Sparkassen im Rahmen der Zinssätze für Dispokredite würde nur jeder achte Kunde seine Hausbank wegen eines günstigeren Dispokredits wechseln. Dies belegt eine Forsa-Umfrage, die in diesem Zusammenhang ebenso erhoben wurde.
Um den „Wucherpreisen“ ein Ende zu setzen, fordert Ministerin Aigner Transparenz, und zwar insofern, dass „Banken und Sparkassen, die beim Dispo über Gebühr zulangen, [...] beim Namen genannt werden. Transparenz ist das effektivste Mittel, um vernünftige Preise durchzusetzen.“
Andere Experten hingegen fordern zudem eine Deckelung des Zinssatzes, um zu hohe Kosten für Bankkunden einzudämmen, wie Gerd Billen, Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV), als Reaktion auf die Studie mitteilt: „Das gelingt nur mit einer gesetzlichen Deckelung des Zinssatzes.“
Quelle: biallo.de
Siehe auch:
Zinsen im Test: Dispozinsen
Überziehungsgebühr bei der Deutschen Bank
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